Impressum
|
Datenschutzerklärung
|
Kontakt
|
Suche
|
Presse
|
Anfahrt
leer

28.06.2019 | Essen ist die beste Medizin

Der persönliche Speiseplan wirkt sich direkt auf die Gesundheit aus. Warum Ernährungsberatung manchmal der Zauberei ähnelt, erklären die Diätassistentinnen Manuela Ortmann und Katja Maywald aus der Caspar Heinrich Klinik in Bad Driburg.

Bad Driburg. Low Carb, Intervallfasten, vegetarische oder vegane Lebensweisen - solche  Ernährungsstrategien werden von ihren Anhängern aus Überzeugung und Eigenmotivation gelebt. Dem gegenüber stehen medizinisch notwendige Maßnahmen. Speziell bei Magen- und Darm-Problemen ist ein gezielter Verzicht oder eine bewusste Zusammenstellung von Lebensmitteln häufig die Lösung. In der Rehabilitation ist die Ernährungsberatung elementar – ist eine Umstellung der Ernährung doch eine der Maßnahmen, die idealerweise das ganze Leben lang fortwirkt. 

„Der Stellenwert der Ernährung im Zusammenhang mit Gesundheit ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen“, weiß Manuela Ortmann aus der Caspar Heinrich Klinik in Bad Driburg. „Lächelte man früher noch milde über die Diätberatung, so ist sie heute den gängigen Therapien wie Ergo- oder Physiotherapie gleichgestellt.“ Grund für diese Entwicklung ist das Voranschreiten der Forschung und das Erkennen von Zusammenhängen zwischen ungünstiger Ernährung und der Entstehung von Krankheiten. Die Diätassistentin ist Teil eines sechsköpfigen Teams, das den 280 Patienten mit Seminaren und persönlichen Beratungen zur Seite steht. Die Caspar Heinrich Klinik ist eine Rehabilitations-Fachklinik für Kardiologie, Gastroenterologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, außerdem ist sie Schwerpunktklinik für Anschlussrehabilitation. 

Bei der Bezeichnung ‚Diätassistent‘ handelt es sich um eine geschützte Berufsbezeichnung mit einer dreijährigen Ausbildung und staatlicher Anerkennung. Im Gegensatz zu den so genannten ‚Ernährungsberatern‘  dürfen Diätassistenten als einzige Berufsgruppe in Deutschland Diätberatungen abhalten und sind – anders als Ernährungsberater - im medizinischen Umfeld tätig.  

„Bei uns in der Caspar Heinrich Klinik ist die Gastroenterologie eine besondere Herausforderung. Patienten, die nach einer Magen- oder Darm-Operation herkommen, müssen ganz behutsam an eine Vollkost herangeführt werden“, weiß auch Diätassistentin Katja Maywald. „Speziell bei den Magen- und Darm-Patienten erleben wir immer wieder den Spagat zwischen dem Wunsch nach gesunder Ernährung und persönlichen Unverträglichkeiten“, fügt sie hinzu. „Je nach Indikation sind völlig unterschiedliche Lebensmittel bekömmlich oder auch unverträglich. Für Herzpatienten gilt die mediterrane Ernährung: viel Gemüse, viel Fisch, wertvolle Pflanzenöle“. Von der herzgesunden Kost profitieren alle Patienten in der Klinik. „Der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung ist generell die gute Mischung“, meint Katja Maywald. Für einen gesunden Lebensstil ohne viel Aufwand empfiehlt die 38-Jährige eine ‚back to basics‘-Haltung: „Je naturbelassener, umso besser. Oder: je länger die Zutatenliste auf einem Produkt, um so kritischer ist es womöglich für unseren Magen- und Darm-Trakt.“ Dies spiegelt sich auch im Trend des ‚Clean Eating‘ wider, bei dem auf Zusatzstoffe verzichtet wird und Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form verwendet werden. 

Die beiden Expertinnen erleben sich als Bindeglied zwischen den Abteilungen; sie sind für weit mehr als nur Speisepläne zuständig. „Wir sind Psychologen, Detektive und manchmal  auch ein bisschen Superman“, beschreibt Manuela Ortmann ihre tägliche Arbeit. Gemeinsam mit den Patienten forschen sie nach möglichen Ursachen für Unverträglichkeiten. Dabei ist Einfühlungsvermögen gefragt: Tröstende Worte, Ermutigungen und ein offenes Ohr begleiten jedes Gespräch. „Unsere Patienten haben alle ihre Geschichte. Deshalb ist es besonders wichtig, nicht ‚von oben herab‘ die Ernährungsvorschriften zu predigen.“ Zur gesunden Ernährung gehört auch, sich manchmal etwas zu gönnen: „Viele haben in unserer Gegenwart ein schlechtes Gewissen, auch mal zu sündigen“, weiß Manuela Ortmann. „Das ist natürlich Quatsch, denn auch Genuss gehört hier und da dazu- nur eben nicht täglich. Kann man einem Patienten das vermitteln, hat man auf der menschlichen Ebene eigentlich schon gewonnen.“ 

Eine bewusste Umstellung der Ernährung kann auch nach jahrelangen körperlichen Beschwerden schnell zur Entlastung führen. „Wenn wir ein dankbares Feedback bekommen, weil Menschen die Linderung ihrer Beschwerden schnell und deutlich spüren, ist das natürlich toll. Es fühlt sich manchmal ein bisschen an wie Zaubern“, schmunzelt die 37-Jährige. 

Auch in den anderen Gräflichen Kliniken in Bad Driburg ist die Diät- und Ernährungsberatung fester Bestandteil der Rehabilitation. Ludger Spille, Diätassistent in der Marcus Klinik, meint: „Wo kann dem Patienten eine gewünschte Lebensstiländerung besser vermittelt werden als in der Rehabilitation, in der sie ihre Chance erlebbar nutzen können?“ Seminare zur gesunden Ernährung, Beratungen für die Umsetzung zuhause sowie das praktische Tun in der Lehrküche befähigen den Patienten mit „Kopf, Herz und Hand, seine Kompetenzen zur Verhaltensänderung zu stärken“, weiß Spille. „Auch nach 24 Jahren ist die Lehrküche immer wieder ein Erlebnis und macht mir viel Freude.“ In dieser Zeit hatte der Experte bereits über 13.000 Patienten zu Gast. „Ernährungstherapie und –beratung ist ein besonderes Qualitätsmerkmal einer Rehabilitationseinrichtung“, ist Ludger Spille überzeugt. 

Die Park Klinik als drittes Haus im Bunde der Gräflichen Kliniken hat sich auf die Diät- und Ernährungsberatung im Bereich Psychosomatik und  Diabetes spezialisiert. 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt die folgenden zehn Regeln für eine gesunde Ernährung: